Konzept

AKTionale III Das Nackte Sein

Schmerz, Liebe, Hass und Hoffnung sind nur einige Themen der Ausstellung „AKTionale III Das Nackte Sein“ die 2018 bereits zum dritten Mal stattfindet und wieder unbestritten in ihren Aussagen aufregend ist. Sicherlich auch deshalb, weil sie alle vier Jahre Schlaglichter auf die aktuellen Geschehnisse und damit verbundene existenzielle Grundprinzipien des menschlichen Daseins wirft.

Entstanden aus dem ehemaligen Akt-Zeichnen im Verein Berliner Künstler, ist die „AKTionale III Das Nackte Sein“ eine konzeptuelle Weiterentwicklung, die eine formale Akt-Zeichnung verlässt. Vielmehr werden die emotionalen Verfassungen wie das Ausgeliefertsein, Verletzlichkeit, Geburt und Tod, Liebe und Glück, Fanatismus, Schönheit, Wahnsinn, Trauer, Lust, Flucht, Hoffnung, Mord und Krieg, u.v.m. durch die eingeladenen Künstler beleuchtet und in all ihren Facetten gezeigt.

Die präsentierten Positionen zeugen von einer intimen und persönlichen Auseinandersetzung mit sich, der Welt und der Kunst. Betrachtet man das Wort AKTionale assoziiert man rasch den Gedanken mit dem in Aktion getretenen Künstler, der mittels der expressiven Funktion des Werkes, das auf sein Inneres verweist, mit der Außenwelt kommuniziert. Die körperliche Arbeit in Verbindung mit emotionalen Wahrnehmungen provoziert eine enorme Energie, welche in individueller Ausdrucksform das Gesagte oder Unsagbare erlebbar macht.

In vieler Hinsicht sind diese künstlerischen Positionen oft stärker als politische Statements, denn durch die sensitiven Wahrnehmungsfähigkeiten verfügen die Künstler über ein Denken, das den gewohnten Rahmen möglicherweise sprengt, Widersprüche und Prozesse in der Gesellschaft sichtbar machen kann, vielleicht dadurch keine Lösungen anbietet, dennoch die Wege dahin zeigt und neue Erfahrungsräume eröffnet.
Das setzt jedoch voraus, dass der Betrachter ein gewisses Maß an Relativismus bereitstellt, das ihm gestattet viele seiner Ansichten infrage zu stellen und in diesen Dialog zu treten, oder den Dialog selbst zwischen den Inhalten im Bild zu entdecken.

Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Veränderungen beunruhigen und unsere eigene Identität, sei es persönlicher, emotionaler, politischer oder kultureller Natur ständigen Herausforderungen gegenüber steht, ist es wichtig, eine größtmögliche Offenheit zu bewahren, die uns befähigt in einen Dialog zu treten, sich ständigen Prüfungen zu unterstellen, ohne jedoch die Essenz der unverhandelbaren Prinzipien, die dem Individuum bestimmte Grundrechte gewährt, in den Zweifel zu ziehen. Denn über all dem steht die kulturelle Identität, die eine demokratische Weltansicht, eine lebenswerte Vita kreiert, für die es sich manchmal lohnt sich zu erheben, um diese Werte zu beschützen, welche für Alle gleich und von höchster Ordnung sind.

Unter diesem Aspekt betrachtend, ist die Idee der Ausstellung „AKTionale III Das Nackte Sein“ in der Unterschiedlichkeit der ausstellenden Künstler zu betonen, welche in ihrer Vielfalt, sei es persönlicher, religiöser, nationaler oder politischer Erfahrungswelten entstammend, durch ihre gegenwärtige Positionen wichtige Impulse kreieren, um Begegnung mit dem Gegenüber bzw. dem Betrachter auf vielen unterschiedlichen Ebenen zu erlauben und einen Ausgangspunkt für eine gemeinsame kritische Diskussion mittels der Kunst ermöglichen.

Gleichzeitig ist dieses Format ein UPDATE unseres Seins im Jetzt – ein sich alle vier Jahre öffnendes Fenster, das die Zustände der Nacktheit und der Schutzlosigkeit des Daseins, der Grenzerfahrungen, der einschneidenden, wegweisenden Ereignisse, die das aktuelle Lebensgefühl beeinflussen, zerstören oder neu erschaffen, sichtbar macht und den Beweis in ihrer Dramaturgie des Weges von der Geburt bis zum Tod für die Gleichheit aller Menschen liefert.

Deshalb gewinnt das Format „AKTionale III Das Nackte Sein“, das dem Betrachter die Einsicht in die kritische Beschäftigung, nicht nur mit der Kunst, sondern auch in die des Künstlers mit sich selbst sowie der Welt erlaubt, immer mehr an Bedeutung.

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